Tageskinderheim in Moldawien

Das Lebensniveau in Moldawien ist noch immer gering. Deswegen bleibt die Arbeitsmigration einer der grössten Probleme des Landes. Die schlimmste Seite dieses Migrationsprozesses ist das traurige Schicksal der Kinder, die im Land ohne elterliche Fürsorge aufwachsen. Unser Partner, die Hilfsorganisation Pro Umanitas, versucht mit grossem Engagement die schwere Situation dieser sozialen Waisen zu verbessern und etwas Licht in das Leben der Kinder zu bringen. Sie werden nach der Schule betreut, die Hausaufgaben überwacht, sie bekommen ein Mittagessen und in ihrer Freizeit werden sie im Tanzen, Musik, Theater, Basteln, Zeichnen und Nähen gefördert. Für zwei der 16 Tageskinderheime hat das Hilfswerk Liechtenstein (Sponsor MBF Foundation) die Unterhaltskosten übernommen.

Armut und Migration

Die Republik Moldau – ein kleines armes Land – hat bis heute keinen Ausweg aus der schwierigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Situation gefunden. Bei den wenigen und schlecht bezahlten Arbeitsplätzen bleibt die Migration und Arbeit im Ausland die wichtigste Quelle für einen besseren Verdienst. Häufig geht nicht nur ein Elternteil, um die Familie finanziell aus dem Ausland zu unterstützen, sondern es gehen beide. Ihre Kinder lassen sie zurück. Die Migration der Bevölkerung hat teilweise positive Wirkungen auf die finanzielle Situation der Familien. Trotzdem sind die Nachteile dieses Phänomens viel stärker: ungepflegte Haushalte, unbearbeitete Felder, zerrüttete Familien, verlassene Kinder und alte Menschen, Rückgang der Geburtenrate, usw. Die sozialen Waisen – Kinder, deren Eltern ins Ausland ausgewandert sind – bilden bis heute eines der großen Probleme Moldawiens. Den Kindern fehlt die Liebe von Mutter und Vater, wenn die Eltern nur einmal oder noch seltener nach Hause kommen. Gefühle von Einsamkeit, die Angst vor Familienzerstörung, das Risiko für Alkohol- und Drogenkonsum, usw. sind die Auswirkung. Solche Kinder ernähren sich schlecht, zeigen wenig oder gar kein Interesse für die Schule und den Unterricht und ihre Schulleistungen nehmen ab. Dies betrifft jedoch nicht nur die Kinder, sondern auch die alten Menschen, die ebenfalls allein mit ihren Enkelkindern und allen Problemen zurückbleiben. Ein anderes Problem ist der Alkoholkonsum der Eltern, die im Land geblieben sind. Die Eltern sind zwar zu Hause, aber inaktiv bei der Erziehung der Kinder. So müssen die Kinder viele Einschränkungen hinnehmen. Wenn Kinder und Jugendliche in einer solchen Umgebung aufwachsen und in einem Milieu wohnen, wo der Alkoholismus als etwas „Normales“ wahrgenommen wird, sind sie ebenfalls sehr gefährdet, alkoholabhängig zu werden.