Home / Reisebericht: Knabenwohnheim Panderpali, Odisha
16. Oktober 2024
Das Knabenwohnheim in Panderpali wurde 1995 erbaut und wird seit vielen Jahren vom Hilfswerk Liechtenstein (HWL) unterstützt. Dank des Patenschaftsfonds des Hilfswerk Liechtenstein konnten bereits zahlreiche Verbesserungen umgesetzt werden:
– Installation eines Generators – Modernisierung der WC-Anlagen mit Aussenbeleuchtung – Reparatur des Wasserbrunnens – Erweiterung der Waschmöglichkeiten – Neuer Anstrich des Speisesaals und der Schlafräume – Kauf von Küchenutensilien
Trotz dieser Fortschritte ist deutlich erkennbar, dass das Wohnheim in die Jahre gekommen ist. Es bedarf weiterhin dringender Renovierungen und zusätzlicher Unterstützung.
Empfang und Besichtigung des Geländes Father Kamil Tete, Father Amit und weitere Patres empfingen mich herzlich und führten mich über das Gelände.
3.v.r, Father Kamil Tete (Leiter), 1.vr. Father Amit Tirkey
Neben dem Wohnheim befinden sich auch eine Kirche und das Priesterhaus, das sich ebenfalls in einem sehr einfachen Zustand befindet. Father Kamil, der für den Betrieb des Knabenwohnheims verantwortlich ist, schilderte mir die aktuelle Herausforderung: eine starke Mückenplage. In der Vergangenheit gab es immer wieder schwere Fälle von Malaria und Chikungunya, die durch Mückenstiche verursacht wurden. Deshalb ist die Installation von Moskitonetzen in den Schlafräumen dringend notwendig. Die Fenster sind derzeit ungeschützt, sodass Insekten ungehindert eindringen können. Diese Massnahme soll im Januar umgesetzt werden, sobald die Gelder aus dem Patenschaftsfonds verfügbar sind.
Ländliche Umgebung und unerwartete Begegnung Das Knabenwohnheim liegt in einer äusserst ländlichen Region, was mir schon bei der Anfahrt bewusst wurde. Kühe, Ziegen und freilaufende Hunde laufen auf der Strasse und verleihen der Gegend eine besondere Atmosphäre. Eine unerwartete Begegnung hatte ich auf dem Gelände des Wohnheims: Eine Reisschlange kreuzte unseren Weg. Ihre Grösse und Länge erschreckten mich zunächst, doch die Mitarbeiter des Wohnheimes nahmen das gelassen – solche Schlangen sind in dieser Gegend nicht ungewöhnlich. Die ungiftige Schlange schlängelte sich von den WC-Anlagen in Richtung Kirche, wurde jedoch schnell eingefangen und in den angrenzenden Wald zurückgebracht.
Abwesenheit der Jungen Da mein Besuch auf einen Feiertag fiel, waren die Jungen nicht auf dem Gelände. Sie verbrachten die Zeit bei ihren Familien und kehren am Sonntagabend ins Wohnheim zurück. Halb- oder Vollwaisen werden in der Zwischenzeit von Nachbarsfamilien aufgenommen.
Mein Besuch im Knabenwohnheim war eindrucksvoll und hat mir erneut die Bedeutung dieses Projekts vor Augen geführt. Die ländlichen Gegebenheiten und die Herausforderungen des Alltags machen deutlich, wie wichtig die kontinuierliche Unterstützung für die Kinder und das gesamte Wohnheim ist.